Zyklonale Nordostlage

Thema des Tages - veröffentlicht am 14.05.2014, 10:24 Uhr

Der Jahresverlauf der Witterung an einem Ort oder in einem Gebiet der mittleren Breiten bzw. Mitteleuropas besteht aus einer Folge typischer Wettersituationen, den "Großwetterlagen". Diese ergeben sich durch großräumige Luftdruck- bzw. Geopotentialverteilungen und die daraus resultierenden Strömungsmuster.

Welche Großwetterlage sich einstellt, wird letztendlich durch die allgemeine Zirkulation der Atmosphäre bestimmt und manifestiert sich im raum-zeitlichen Verhalten der atmosphärischen Höhenströmung in der mittleren Troposphäre. Diese fließt auf der Nordhalbkugel etwa so, dass in Stromrichtung betrachtet, auf der rechten Seite hoher Luftdruck bzw. hohes Geopotential und auf der linken Seite tiefer Luftdruck bzw. niedriges Geopotential herrschen.

Das Wetter selbst wird außerdem durch die Eigenschaften der in das jeweilige Zirkulationsregime einbezogenen Luftmassen dominiert. Es kann während der Andauer einer Großwetterlage an einzelnen Orten innerhalb des betrachteten Gebietes durchaus wechseln, der allgemeine Witterungscharakter bleibt jedoch stets erhalten.

Derzeit herrscht eine noch eher "Zyklonale Nordostlage" (wiss. Abkürzung NEz), wobei "zyklonal" für "tiefdruckbeeinflusst" steht, denn gebietsweise muss noch mit Niederschlägen gerechnet werden. Außerdem überwiegt die meridionale, also in Nord-Süd-Richtung verlaufende Strömungskomponente im Vergleich zum zonalen, in Ost-West-Richtung orientierten Anteil.

Im konkreten Falle liegt Mitteleuropa ab morgen an der Südostflanke einer kräftigen Hochdruckzone, die sich von den Azoren bis zur Kola-Halbinsel erstreckt. Über dem Balkan befindet sich im Zusammenhang mit einem gut ausgeprägten Höhentrog ein markantes Tiefdruckgebiet. So wird mit nördlicher bis nordöstlicher Strömung Festlandsluft herangeführt, die sich zögernd erwärmen kann.

Zur visuellen Unterstützung des eben Erläuterten sei auf die im Internetangebot des Deutschen Wetterdienstes unter der Rubrik "Spezielle Nutzer/Hobbymeteorologen" angebotenen Boden- und Höhenwetterkarten verwiesen.

Dipl.-Met. Thomas Ruppert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 14.05.2014

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