Synoptische Vorhersage

SYNOPTISCHE  ÜBERSICHT   K U R Z F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 07.01.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen: Tr M Übergang in W w

Am Freitag im Norden und Südwesten sowie im Bergland Sturm. Im Norden starke Schneefälle mit Verwehungen. Im Südosten Glatteis möglich. Jeweils mit Unwettergefahr.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC

Mittwoch... überdeckt ein großer Trog weite Teile Europas und reicht von Skandinavien ins Mittelmeer und nach Nordafrika. Dabei ist sehr kalte Luft in Mitteleuropa wetterbestimmend, die in 850 hPa teilweise <10°C aufweist, nachts strengen, tagsüber oft Dauerfrost bringt. Der Trog wird von einem breiten Höhenrücken über Westeuropa vor allem in seinem Südteil ostwärts geschoben. In seine Rückseite läuft über die Nordsee ein markanter Randtrog herein, der das zugehörige Bodentief über der Nordsee überholt und tagsüber auf Nordwestdeutschland übergreift. Damit beginnt sich das Tief abzuschwächen. Zusammen mit der ebenfalls schwächelnden Okklusion kommt Hebung auf, die in der eingeflossenen sehr kalten Luft leichte Schneefälle auslöst. Diese breiten sich tagsüber auf den Nordwesten und Westen, etwa bis auf eine Linie vom Schwarzwald bis SchleswigHolstein aus. Dabei kommen 1 bis 5 cm Neuschnee zusammen, nur stellenweise, vor allem im Bergland, Staulagen und eventuell an der Nordsee (Feuchteeintrag von der Wasseroberfläche) mehr. Mit dem tagsüber auflebenden südlichen bis südwestlichen Wind sind Schneeverwehungen besonders in freien Lagen und im Bergland möglich. Das liegt an der zwar moderaten, aber spürbaren Gradientverschärfung, die mit der Okklusion und dem Bodentrog verbunden ist und die exponiert im Bergland und an der Nordsee steife bis stürmische Böen, im Westen und Nordwesten immer noch steife Böen bringt. Ansonsten ist es in der Höhe ein bisschen antizyklonaler, was sich auch in einer Bodenhochdruckzone widerspiegelt, die von Frankreich über die Südosthälfte Deutschlands nach Polen verläuft. Sie wird nach Südosten abgedrängt. Dabei sank die Temperatur regional wieder in den strengen Frostbereich. Aber nicht so oft, wie in den Vornächten, weil sich gebietsweise tiefe Bewölkung hielt, aus der auch ein bisschen Schnee fiel und bis in den Vormittag im Südosten auch wohl noch fällt. Die Mengen sind unbedeutend. Ansonsten setzt sich abgesehen vom Westen und Nordwesten, wo die Bewölkung dicht bleibt, gebietsweise die Sonne durch. Am Oberrhein und im Nordwesten schafft es die Temperatur auf Werte um 0°C, sonst herrscht leichter, im Bergland teilweise mäßiger Dauerfrost.

In der Nacht zum Donnerstag folgt dem über uns nach Osten schwenkenden Höhentrog, der Randbereich des Höhenrückens mit einer antizyklonalen, nordwestlichen Höhenströmung. Derweil füllt sich das Nordseetief langsam weiter auf und dessen Okklusion wird Richtung Südostdeutschland gebogen und kommt somit nur wenig Richtung Nordosten voran. Dort hält die trockene Südostströmung dagegen und es bleibt bei aufgelockerter oder geringer Bewölkung niederschlagsfrei, sonst fällt infolge anhaltender Warmluftadvektion aus dichten Wolken gebietsweise, meist aber nur leichter Schnee. Die Mengen liegen meist bei 1 bis 5 cm, lediglich in einigen Berglagen über dem Westen und Süden (z.B. Bergisches Land, Schwarzwald, Allgäu) sind mal bis 10 cm möglich. Im Westen und Südwesten lassen die Schneefälle im Laufe der Nacht nach und gehen teilweise in leichtes nieseln über, was bei Temperaturen um 0°C auch Glätte oder Glatteis zur Folge haben kann. Das passiert auch wenn die Vertikalprofile im Wesentlichen <0°C bleiben, weil die Wolkendecke flacher wird und die Eisphase fehlt. Der Druckgradient fächert auf und stärkere Böen beschränken sich im Verlauf der Nacht auf die Küsten (ablandig) und das höhere Bergland, bzw. exponierte Leelagen. Außer regional im Westen, Südwesten und an der Nordsee, tritt verbreitet leichter bis mäßiger, im Osten und Südosten je nach Bewölkung auch strenger Frost auf.

Donnerstag... entwickelt sich vor einen scharfen Trog südwestlich Englands ein Sturmtief, das abends etwa Cornwall oder den Westausgang des Ärmelkanals erreicht. Der sich davor aufwölbende Höhenrücken bewegt sich über uns nach Osten. Er wird nicht zuletzt auf der Vorderseite der Warmfront des Sturms, die Nordfrankreich erreicht, von noch zunehmender Warmluftadvektion überlaufen. Der Wind in der unteren Troposphäre dreht auf südliche Richtungen, bodennah oft noch Südost, womit vor allem in den Westen und Südwesten langsam mildere Meeresluft herangeführt wird. Außer im Nordosten, wo die trockenkalte Südostströmung noch Aufheiterungen (VorpommernLausitz) bringt, hält sich dabei starke Bewölkung. Die leichten Schneefälle über großen Landesteilen lassen dabei zunächst nach, aufgrund des Höhenrückens und kompensatorisch vor dem Sturmtief. Etwa südwestlich einer Linie vom Niederrhein bis zur unteren Donau kommen aber im Tagesverlauf erneut Niederschläge auf, die dann aber im Westen und Südwesten bis 600m, im Schwarzwald über 1000m in Regen übergehen. Vorübergehend ist dabei Glatteis zu erwarten. Laut der deutschen Modelle im Südwesten, IFS mit Signalen an der Nordsee. Der bodennahe Wind dreht wie erwähnt noch etwas rück, auf Ost bis Südost, wobei dann lediglich exponiert an den Küsten und im Bergland einzelne 7er Böen drin sind. Lediglich im Hochschwarzwald dreht der Wind auf Südwest und frischt bis Sturmstärke auf. In der Nordosthälfte liegt die Temperatur im Frostbereich von 6 bis 0°C, dort wird von Polen noch etwas kältere Luft angesaugt, sonst werden 0 bis +6°C, die höchsten Werte um Oberrhein, am kältesten ist der Nordosten mit regional mäßigem Dauerfrost. In der Nacht zum Freitag zieht das Sturmtief nach Benelux und schlägt morgens wahrscheinlich im Raum westliches Belgien auf, wobei dann die Unterschiede in den Simulationen größer werden. Das rasch okkludierende Frontensystem kommt bis auf eine Linie vom Münsterland bis zum Erzgebirge voran. Südwestlich davon wird mit stark bis stürmisch auffrischendem und auf Südwest drehendem Wind mildere Meeresluft herangeführt. Die Temperaturen steigen im Laufe der Nacht in den positiven Bereich bis 7°C am Oberrhein. Die Niederschläge gehen über der Mitte bis 700m, im Süden vorübergehend bis über 1000m in Regen über. Vorher fällt aber gebietsweise kräftiger Schnee mit 5 bis 10, im Bergland teilweise 15 bis 20 cm Neuschnee. Hinzu kommen starke Schneeverwehungen (Unwetter) durch den teilweise stürmisch auffrischenden Wind. Vor allem nach Südosten wo die Gradientzunahme etwas auf sich warten lässt, hält sich kalte Luft bodennah, der Boden ist auch noch gefroren, sodass das Glatteis bis Unwetter möglich ist. Nördlich der Okklusion bleibt es in der kalten Ostströmung bei teils starken Schneefällen (5 bis 15 cm Neuschnee) mit vor allem im Harz und über Niedersachsen der Gefahr starker, teils unwetterartiger Schneeverwehungen. Die Gradientverschärfung betrifft mit Sturmböen, teils schwer, ansonsten vor allem den Südwesten und die Nordsee. Exponiert im Schwarzwald sind Orkanböen möglich.

Freitag... zieht das Tief unter langsamer Abschwächung über die nördliche Mitte Richtung Harz, SachsenAnhalt. Darum wickelt sich die Okklusion, die für verbreitete Niederschläge sorgt. Nördlich des Tiefs wird mit der östlichen, stark zunehmenden Strömung kalte Frostluft nach Westen gesteuert. Dabei schneit es verbreitet mit 5 bis 15 cm Neuschnee, der durch den starke bis in Böen stürmischen Ostwind teilweise stark verweht wird. Zu den Küsten hin erreicht der eisige Ostwind dann zwar vermehrt in Böen Sturmstärke, exponiert gibt es schwere Sturmböen bis orkanartige Böen. Dort fällt wahrscheinlich weniger Schnee, aber der dort schon liegende lockere Schnee (gebietsweise Schneedecke 10 bis 20 cm) wird dann stark verweht, ebenfalls teils mit unwetterartigen Ausmaßen. Mit der anhaltenden KLA tritt Dauerfrost, im Nordosten auch mäßiger Dauerfrost auf.

Im Bereich des Tiefs steigt die Schneefallgrenze vorübergehend auf 500 bis 800m, bevor sie abends wieder bis in tiefe Lagen sinkt. Im Süden regnet es im anfangs noch geöffneten Warmsektor bis über 1000m, aber auch dort wird der Warmluftvorrat aufgezehrt und in der Nacht zum Samstag kommt auch dort auf der Rückseite des Tiefs wieder die kalte Luft an und es schneit wieder bis die tieferen Lagen. In einigen Staulagen im Südwesten werden bei der Tauphase Niederschlagsdargebote bis 30 mm erwartet. Der trockene Schnee dürfte zunächst einiges abfangen, sodass sich Warnungen nicht aufdrängen.

Bei bis +8°C im Süden steigenden Temperaturen entspannt sich die Glättelage im Süden tagsüber deutlich, zumal es im Süden und Südosten zeitweise auflockert und die Regenfälle nachlassen und durch den stürmischen Wind gute Durchmischung ansteht. Ansonsten fallen über der Mitte, später auch wieder von Westen her über dem Süden schauerartige Niederschläge, die dann mit der sinkenden Schneefallgrenze vor allem in Staulagen, der mittleren Bergländer, nachts zunehmend im Schwarzwald nicht unerhebliche Neuschneemengen (10 bis 30 cm) bringen können. Dazu weht im Süden und Südwesten starker bis stürmischer Südwest bis Westwind, mit teils schweren Sturmböen. Im Bergland, besonders im Schwarzwald sind Orkanböen möglich. Entsprechend kommen dann auch wieder Schneeverwehungen hinzu.

In der Nacht zum Samstag verliert das Tief an Kontur und gliedert sich dem Tiefdrucksystem über Südosteuropa an. Auf der Rückseite dringt die sehr kalte Luft wieder südwärts vor. Während es an den Küsten stürmisch aus Ost bleibt (Druckanstieg über Skandinavien) +Verwehungen, lässt der Wind im Süden nach, bleibt aber bis zum Morgen auch in tiefen Lagen warnrelevant. Ansonsten treten recht verbreitet schauerartige Niederschläge auf, die auch im Süden wieder meist in Schnee übergehen. Meist fallen 1 bis 5, stellenweise vor allem im Bergland 10 bis 15 cm Schnee. Exponierte Lagen sind erwähnt. Über der Mitte stellt sich Frost ein, im Norden geht die Temperatur bis 8°C zurück, nur über der Südhälfte bleibt es gebietsweise frostfrei.

Modellvergleich und einschätzung

Vor allem zum Freitag gibt es Modellunterschiede die Zugbahn, Timing und Stärke des Sturms betreffend. Bis dahin bleibt es winterlich mit leichten Schneefällen. Dann sind bezüglich der Schneefälle im Norden und den Verwehungen Unwetterwarnungen möglich. Auch das Glatteis im Südosten Bayerns, Freitagmorgen, besitzt Unwetterpotential. Vor allem im Süden und ganz im Norden stehen teils schwere Sturmböen an, auf der Zugbahn dann kaum Wind. Externe Lösungen (IFS, GFS) lassen den Sturm aber bis Freitagabend über Benelux, von wo er beginnt unter Abschwächung südwärts zu ziehen. Die Lage ist also sehr unsicher, von Vorabinformationen wird deshalb zunächst abgesehen.

Vorhersage und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Bernd Zeuschner
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

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