Synoptische Vorhersage

SYNOPTISCHE  ÜBERSICHT   K U R Z F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 20.01.2022 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen: NWz

Heute in den östlichen und nördlichen Mittelgebirgen ab 800 m sowie im Alpenraum ab 600 m örtlich Schneeverwehungen. An der Küste und im Raum Harz Böen Bft 8 bis 9. Auf exponierten Bergen teils schwere Sturmböen. Kommende Nach abnehmender Wind. Am Freitag nur in exponierten Staulagen der Gebirge vereinzelt markanter Neuschnee möglich. Auf exponierten Bergen stürmische Böen, vereinzelt Sturmböen. Am Samstag in den östlichen und südöstlichen Mittelgebirgen in Staulagen markanter Neuschnee möglich, an den Alpen wahrscheinlich. Dort exponiert auch UnwetterNeuschneemengen zwischen 30 und 50 cm möglich. Auf den exponierten Bergen weiterhin stürmisch.

Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC

Donnerstag... Deutschland liegt zwischen einem von der Barentssee ausgehendem Trog, der über Polen südostwärts schwenkt und einer hoch reichenden und blockierenden Antizyklone bei Irland in einer anfangs zyklonal gekrümmten Nordwest bis Nordströmung, mit der polare Meeresluft zu uns geführt wird mit 850hPatemperaturen zwischen 11 Grad im Nordosten und 7 Grad in Südbaden (um 18 UTC). Die höhenkälteste Luft dringt allerdings über Ostpolen und Weißrussland zur Slowakei und zur Ukraine vor mit unter 40 Grad in 500 hPa. Nichts desto trotz sind anfangs in Nordostbayern und eventuell an der Ostsee einzelne kurze Wintergewitter mit Graupel möglich. Von Nordwest nach Südost ziehen Schauer über uns hinweg, die am Nachmittag teils bis in die Niederungen in Schneeregen, Schnee oder Graupel übergehen. Bei Höchstwerten zwischen 2 Grad im Nordosten und 6 oder 7 Grad am Oberrhein bleibt aber im tiefen Lagen nur im Osten und Nordosten örtlich etwas Schnee liegen. Anders in Lagen oberhalb von 400 bis 600 m, wo sich bei Werten um 0 Grad oder knapp darunter 1 bis 5 cm Schnee ansammeln können. In einigen Staulagen der Gebirge vor allem oberhalb von 600 bis 800 m kann es 5 bis 10, exponiert auch 10 bis 15 cm Neuschnee geben. Einige Modelle simulieren zumindest nämlich vereinzelt mal über 10 mm Niederschlag. An den Alpen sind bis morgen früh auch oberhalb von 1000 m 20 bis 30 cm Neuschnee möglich. Im Nordosten gibt es infolge des Skandinavienföhns größere Aufheiterungen. Hinzu kommt ein stark böiger West bis Nordwestwind mit stürmischen Böen an der See und exponiert auch anfangs im Osten und Nordosten. An der Küste sind vor allem an der Nordsee auch Sturmböen möglich. Dies gilt auch für exponierte Berge und so sind ab 800 m, im Alpenvorland ab 600 m Schneeverwehungen möglich.

In der Nacht zum Freitag zieht das Randtief (des BarentsseeTiefs) von Estland weiter nach Südosten und schwächt sich etwas ab. So nimmt bei uns der Gradient ab und entsprechend schwächt sich der Wind ab, so dass in tiefen Lagen außer an der See keine Windwarnungen mehr nötig sind. An Nord und Ostsee gibt es anfangs noch steife bis stürmische Böen aus Nordwest und auf den Bergen treten vor allem nach Osten und Südosten hin noch teils schwere Sturmböen auf. Entsprechend kann es vor allem im Erzgebirge anfangs noch Schneeverwehungen geben. Dabei treten meist nur noch einzelne Schneeschauer auf, denn die simulierten Niederschlagsmengen liegen meist nur zwischen 0,1 und 3 mm, in Staulagen nach Osten hin um 5 mm. In den Ostalpen werden 5 bis 10 mm, bei GFS auch 10 bis 20 mm berechnet. Vor allem im Nordosten (Skandinavienföhn) und im Südwesten (Einfluss eines Hochkeiles), ist es gebietsweise auch trocken. Meist gibt es leichten, im östlichen Mittelgebirgsraum und in den Alpen auch mäßigen Frost. Nur in Nordseenähe und möglicher Weise auch in einigen Städten im Westen und Südwesten ist es in 2 Meter Höhe frostfrei. Örtlich gibt es Glätte durch Überfrieren oder durch eine dünne Neuschneeauflage. In einigen Staulagen auch durch rund 5 cm Neuschnee, an den Alpen über 10 cm. Dort sind in 24 Stunden über 30 cm Neuschnee möglich.

Freitag... Bereits in den Frühstunden setzt von Nordwesten Warnluftadvektion ein, denn um das blockierende Hoch wird mildere Luft geführt, die von der Nordsee her übergreift. Allerdings findet dieser Prozess zunächst oberhalb von 700 bis 750 hPa ein, so dass die unteren Schichten noch labile Nordseeluft vorhanden ist. So bleibt es vom Charakter zunächst bei wechselnder bis starker Bewölkung und es fallen weitere Schneeregen und Regenschauer, nach Südosten hin auch Schneeschauer. Am Nachmittag und Abend schließen sich wohl in den meisten Gebieten die letzten Wolkenlücken und es kann auch mal flächigen Regen, im Südosten auch Schnee geben. Nur im Südwesten, eventuell auch in Vorpommern ist es auch trocken. Im Bergland fallen meist aber nur 1 bis 4 cm, in exponierten Staulagen vereinzelt auch knapp über 5 cm, zB. in den Ostalpen und im Raum Fichtelgebirge/Westerzgebirge, eventuell Rothaargebirge. Die Temperaturen steigen im äußersten Nordwesten bereits wieder auf 6 bis 7 Grad. Sonst ändert sich nicht viel an den Temperaturen bzw. im Südosten ist es etwas kälter als heute. Die Werte liegen zwischen 0 Grad in Ostbayern und 5 Grad im Ruhrgebiet. Der Wind weht an der Küste in Böen stark aus West bis Nordwest und bringt nur exponiert mal eine Bft 7. Ansonsten sind keine Warnungen erforderlich außer auf exponierten Bergen, wo es stürmische Böen oder Sturmböen gibt.

In der Nacht zum Samstag macht die Warmfront eines Tiefs vor der grönländischen Küste nur zögernd Boden nach Südosten hin gut, während sich die Niederschläge präfrontal deutlich verstärken. Auch die Bildung einer Warmfrontwelle scheint aus den Feuchtefeldern heraus möglich. Aus heutiger Sicht könnte diese um 00 UTC

über dem Skagerrak liegen. Dabei steigt die Schneefallgrenze im westlichen Bergland bis über die Gipfellagen hinaus an, südöstlich einer Linie vom Schwarzwald bis Sachsen schneit es weiter bis in tiefere Lagen. Meist fallen 2 bis 5, im Bergland 5 bis 10 cm Neuschnee. Exponiert sind vor allem im Erzgebirge auch (markante Mengen) von 10 bis 20 cm Neuschnee in 12 Stunden nicht ausgeschlossen. Im Norden und Westen ist es dann überwiegend frostfrei, in der Südosthälfte liegen die Tiefstwerte bei um oder etwas unter dem Gefrierpunkt. An der Nordsee und im Bergland legt auch der West bis Nordwestwind wieder zu mit steifen bis stürmischen Böen, im Bergland mit Sturmböen. Damit rückt im Südosten auch das Thema Schneeverwehungen wieder in den Focus.

Samstag... liegt das umfangreiche Trogsystem weiter über Osteuropa, dem ein kräftiger Höhenrücken über Westeuropa mit Zentrum südlich von Irland gegenübersteht. Beide Drucksysteme finden sich auch im Bodenfeld wieder. Auf der Vorderseite eines Höhenkeiles, der über Skandinavien ostwärts wandert, ergibt sich eine nördliche Höhenströmung über Deutschland, mit der in der Höhe relativ milde Luft zu uns kommt (in 500 hPa um 23 Grad). In unteren Schichten ist die richtig kalte Luft (T850 < 10°C) nach Osteuropa abgedrängt worden. Wir liegen auf der warmen Seite der an Oder und Neiße schleifenden Warmfront weiterhin in Warmluftadvektion. Interessanter Weise kühlt sich aber gegen Abend die Luft in 850 hPa etwas ab (um 18 UTC dann Werte zwischen +1 Grad an der Westgrenze und 4 Grad im Vogtland. Grund hierfür ist ein kleiner Randtrog, der dem Höhenkeil vorgelagert ist sowie diabatische Prozesse. Unterhalb von 1000 m kommt aber letztendlich milde Nordseeluft zu uns.

Die kräftigsten Niederschläge (die durch Warmluftadvektion hervorgerufen werden) gibt es insbesondere in den Nordweststaulagen der östlichen Mittelgebirge und der Alpen. In tiefen Lagen regnet es meist. Im Alpenvorland fällt hingegen Schnee bis in tiefe Lagen, sonst steigt die Schneefallgrenze auf 600 bis über 1000m (von Ost nach West). Im Erzgebirge sind in Hochlagen 5 bis 10 cm Neuschnee möglich, an den Alpen 10 bis 20 cm, exponiert auch über 25 cm Neuschnee in 12 Stunden (vor allem von ICONEU gezeigt). In Hochlagen kommen auch Schneeverwehungen dazu. Mit Höchstwerten zwischen 3 Grad an der Oder und 8 Grad in Nordwestdeutschland wird es meist etwas milder. Im Südosten sind auch Werte bei 0 Grad oder knapp darüber möglich. Auch in den zentralen Mittelgebirgen setzt bis in die Hochlagen zum Abend hin leichtes Tauwetter ein. Bei recht stabiler Schichtung ist Wind vor allem im Bergland ein Thema mit Bft 7 bis 8, exponiert 9 aus Nordwest. Die Nacht zum Sonntag wird wolkenreich und frostfrei. Vor allem nach Osten hin fällt noch etwas Regen, in den östlichen und südöstlichen Mittelgebirgen sowie in den Alpen oberhalb 600 m auch Schnee. In den Ostalpen sind noch markante Neuschneemengen über 10 cm möglich. Im Zeitraum von Samstag 00 bis 24 UTC sind in den Alpen durchaus UnwetterSchneemengen über 30 cm wahrscheinlich! (s.u.) Modellvergleich und einschätzung

Die langsame Milderung von Nordwesten ab morgen Abend wird auch von den externen Modellen gebracht.

Was den unwetterartigen Neuschnee am Samstag angeht zeigt vor allem CosmoLEPS recht hoch Wahrscheinlichkeiten hierfür im Alpenraum im Werdenfelser Land und weiter östlich!

Vorhersage und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Olaf Pels Leusden
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

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