Synoptische Vorhersage

SYNOPTISCHE  ÜBERSICHT   K U R Z F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 21.11.2019 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen: GWL: SEz Allgemein ruhiges Spätherbstwetter mit der typischen Grenzschichtproblematik. An den Alpen vor allem am Freitag und Samstag Föhn, auch auf einigen exponierten Mittelgebirgsgipfeln Sturmböen möglich.

Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC

Donnerstag... sind zwei Geopotenzialgebilde maßgeblich für die Wetterentwicklung im Vorhersagegebiet verantwortlich: Dem bereits altbekannten blockierenden und hochreichenden Hochdruckgebiet über Russland (Kerndruck im Bodenfeld nahe 1055 hPa an der Wolga weit östlich von Moskau) steht ein langwelliger Trog gegenüber, der sich vom Seegebiet westlich von Island bis zur Biskaya erstreckt und mit seinem Südostteil ein wenig nach Norden vorankommt. Von ihm ausgehend, erstreckt sich ein Randtrog aktuell über die Alpen hinweg ostwärts und mündet (sowohl in 300 als auch in 500 hPa) in einem kleinräumigen Höhentief über dem Grenzgebiet Österreich/Tschechien. Zusammen mit dem Randtrog kommen das Höhentief, ebenso wie eine flache Tiefdruckrinne am Boden im Tagesverlauf allmählich nordwärts voran, wobei sich die Rinne abends über der Mitte Deutschlands und das Höhentief in etwa über dem Riesengebirge befinden. Innerhalb der leicht diffluent konturierten südöstlichen Höhenströmung an der Nordflanke des Höhentiefs bzw. am Nordrand der Rinne wird durch differentielle PVA Hebung generiert, während an dessen Westflanke niedertroposphärisch WLA aktiv ist und entsprechend haben leichte Regenfälle bereits auf Teile Bayerns übergegriffen. Diese kommen im Tagesverlauf nordwärts voran und greifen auch auf die Osthälfte bzw. den Nordosten Deutschlands über, die höchsten zwölfstündigen Mengen werden dabei mit knapp 5 mm in Brandenburg simuliert. Auch im Norden/Nordwesten des Landes fällt gebietsweise etwas Regen bzw. Nieselregen, wobei dort vor allem recht kräftige niedertroposphärische WLA dafür verantwortlich ist (T850 hPa steigt im Nordwesten von aktuell etwa 4 auf +2 Grad an), die innerhalb der feuchtegesättigten Schicht unterhalb von 800 bis 750 hPa für etwas Hebung sorgt. Im Westen und Südwesten des Landes dominiert dagegen wetter und (vor allem nachts) warntechnisch die Grenzschichtproblematik. Vielerorts bleibt es trüb durch Nebel oder Hochnebel, in höheren Lagen, aber auch am Nordwestrand einiger Mittelgebirge (vor allem in NRW) sowie an den Alpen lässt sich des Häufigeren die Sonne blicken. Dabei liegen die Höchstwerte meist zwischen 2 und 9 Grad, nur dort, wo die Sonne länger durchkommt, kann es vielleicht etwas milder werden.

In der Nacht zum Freitag verlagern sich der Randtrog, ebenso wie das Höhentief und die Bodenrinne, nordwärts und verlieren zunehmend an Kontur. Dabei fällt vor allem in der ersten Nachthälfte im Nordosten und Norden verbreitet leichter Regen, der von Süden her allmählich abklingt, zuletzt morgens lässt im Ostseeumfeld. Erneut fallen 1 bis 5 mm in 12 Stunden. Rückseitig des Randtroges dreht die Höhenströmung auf Süd bis Südwest, wobei ein weiterer kurzwelliger Randtrog morgens auf Nord und Ostfrankreich übergreift. Auf dessen Vorderseite wird erneut etwas Hebung generiert, eventuell reicht es vom Pfälzer Wald bis zum Niederrhein hier und da für etwas Regen bzw. Nieselregen aus dem Hochnebel. Im Bodenfeld bleibt das Druckfeld nach Abzug der Rinne äußerst schwachgradientig, in mittleren Höhenlagen nimmt der Gradient von Süden her bereits etwas zu, dennoch dürfte es (außer vielleicht im Bereich orographisch induzierter Low Level Jets) auch auf exponierten Gipfeln noch nicht für warnrelevante Böen reichen. Somit steht nach wie vor die Grenzschichtproblematik im Vordergrund, wobei größere Wolkenlücken und daraus folgend leichter Frost und Glätte wohl lediglich im Süden sowie stellenweise in den mittleren Landesteilen zu erwarten sind. Hier und da kann auch dichter Nebel auftreten.

Freitag... wird der Trog über dem nahen Ostatlantik durch einen Trogvorstoß von Nordwesten her Richtung Biskaya regeneriert und weist abends zwei Drehzentren auf: Eines über der Biskaya und eines über Südostirland. Der kurzwellige Randtrog über Nordfrankreich zieht bis zum Abend zur Nordsee, ihm folgt ein flacher Rücken, so dass die südliche Höhenströmung über dem Vorhersagegebiet leicht antizyklonal konturiert ist. Vor allem in mittleren Höhenlagen verschärft sich der Gradient. An den Alpen stellt sich Föhn ein, inklusive Bodentrog im südlichen Alpenvorland. Mit dem Trogvorstoß vertieft sich auch das korrespondierende Bodentief (unter 980 hPa Kerndruck) und zieht in die Biskaya. Da sich das russische Hoch nur langsam abschwächt, kann sich auch im Bodenfeld der Gradient über dem Vorhersagegebiet ein wenig verschärfen. Windtechnisch macht sich das zunächst kaum bemerkbar, lediglich auf den Alpengipfeln kann es im Tagesverlauf Sturmböen aus Süd geben, auf exponierten Gipfeln eventuell auch schwere Sturmböen. Ob es in föhnanfälligen Tälern für warnrelevante Böen (Bft 7 bis 8) reicht, ist noch fraglich. Im Erzgebirge setzt Böhmischer Wind ein (orographisch durch das Ausfließen von Kaltluft aus dem Böhmischen Becken induziert) ein mit steifen bis stürmischen Böen in einigen Tälern bzw. auf Kuppen und Berggipfeln. Ansonsten ist der Wind wohl noch nicht warnrelevant. Im Rest des Landes ändert sich wettertechnisch nur wenig: Im Westen kann es mit Randtrogpassage aus dem Hochnebel anfangs noch gebietsweise etwas regnen oder nieseln. Im Nordosten und Norden hält sich vielerorts kompakte hochnebelartige Bewölkung. Ansonsten sorgt der etwas schärfere Gradient doch hier und da für größere Lücken in der Hochnebeldecke, nach wie vor vor allem an den Nordrändern der Mittelgebirge und der Alpen. An den Höchstwerten ändert sich nur wenig, lediglich dort, wo der Wind für etwas bessere Durchmischung sorgt, vor allem am Alpenrand und in der Lausitz bzw. am Erzgebirgsnordrand, steigen die Temperaturen gebietsweise auf über 10 Grad.

In der Nacht zum Samstag weitet sich der Trog allmählich Richtung Iberischer Halbinsel und westliches Mittelmeer aus und facht eine Zyklogenese über Südfrankreich an. Vor allem nieder und mitteltroposphärisch sowie im Bodenfeld verschärft sich dadurch auch der Gradient über dem Vorhersagegebiet, der Föhn an den Alpen erreicht seinen Höhepunkt, wobei er nun mit höherer Wahrscheinlichkeit auch in dafür prädestinierte Täler durchbrechen kann. Auf exponierten Alpengipfeln steigt auch die Wahrscheinlichkeit für schwere Sturmböen oder gar Orkanböen. In den Kamm und Gipfellagen einiger Mittelgebirge legt der Wind ebenfalls zu mit Böen Bft 7 bis 8 aus Südost, über der Nordsee ist zumindest exponiert (Helgoland, ostfriesische Inseln) mit steifen Böen zu rechnen. Bodennah macht sich die Windzunahme kaum bemerkbar. Allerdings gibt es im Westen und Südwesten weniger Hochnebel und auch die Ausbildung dichter Bodennebelfelder ist aufgrund des Durchzuges hoher und mittelhoher WLABewölkung (für Regen sollte es aber nicht reichen) weniger wahrscheinlich. Im Norden und Nordosten hält sich dagegen die kompakte hochnebelartige Bewölkung vielerorts. Somit ist leichter Frost wohl am ehesten noch in Teilen Süddeutschlands Thema. Samstag... tropft der Trog ins westliche Mittelmeer ab, das korrespondierende Bodentief befindet sich abends knapp westlich des Löwengolfs: Die nächste Unwetterlage für den Mittelmeerraum (aber auch für Südfrankreich bis ins Zentralmassiv) steht ins Haus. Der Resttrog verlagert sich ins Seegebiet nordwestlich der Britischen Inseln. Ausgehend vom blockierenden Hoch über Russland erstreckt sich ein Keil nach Skandinavien, so dass sich die Blockierung fortsetzt und die Strömung dreht über dem Vorhersagegebiet bodennah wieder mehr auf Südost bis Ost. Vor allem in der Höhe fächert der Gradient allmählich auf und ist wieder zunehmend antizyklonal konturiert. Bodennah und auch niedertroposphärisch bleibt er aber zunächst noch recht scharf ausgeprägt, so dass die Föhnsituation an den Alpen mit allerdings abnehmender Tendenz zunächst noch andauert. Im Bodenfeld ist noch ein ausgeprägter Leetrog erkennbar, allerdings kein abgeschlossenes Leetief, so dass es wohl nur in einzelnen, dafür prädestinierten Tälern zeitweise für einen Föhndurchbruch mit stürmischen Böen reicht. Auf exponierten Alpengipfeln kann es aber noch Sturmböen, anfangs schwere Sturmböen geben. Auch in den Kamm und Gipfellagen der Mittelgebirge muss mit stürmischen Böen, exponiert mit Sturmböen aus Südost gerechnet werden, in den Erzgebirgstälern durch den Böhmischen Wind mit steifen, vereinzelt stürmischen Böen, ebenso an auflandigen exponierten Abschnitten der Ostseeküste sowie im Nordseeumfeld. Tendenziell nimmt der Wind zum Abend hin aber ab. Mit der Überströmung der Alpen steigt die Temperatur in 850 hPa deutlich an, im Westen und Süden auf Werte zwischen 10 und 13 Grad. Während sich die hochnebelartige Bewölkung im Norden und Nordosten sehr schwer tut, aufzulockern, kann sonst tendenziell häufiger als an den Vortagen die Sonne durchkommen. Gebietsweise hält sich aber beständiger Hochnebel. Insgesamt wird es somit milder an den Vortagen mit Höchstwerten zwischen 7 und 12 Grad, an den Nordrändern einiger Mittelgebirge auch bis 14 Grad, bei Föhn werden in einigen Alpentälern deutlich über 15 Grad erreicht. Bei beständigem Hochnebel vor allem in Süddeutschland wird dagegen die 5 GradHürde unüberwindbar.

In der Nacht zum Sonntag setzt sich der Trog westnordwestlich der Britischen Inseln allmählich Richtung Ostnordost in Bewegung und erreicht morgens mit seiner Achse die westliche Nordsee. Vorderseitige WLA führt zu weiterem Geopotenzialaufbau über Mitteleuropa, morgens erstreckt sich in 500 hPa ein Höhenrücken vom Alpenraum nordwärts über das Vorhersagegebiet nach Südskandinavien. Mittel und niedertroposphärisch bleibt die Südostströmung über dem Vorhersagegebiet erhalten, fächert aber weiter auf, so dass sich der Föhn an den Alpen abschwächt und zumindest ab der zweiten Nachthälfte auch auf den übrigen Mittelgebirgsgipfeln keine warnrelevanten Böen mehr auftreten sollten. Lediglich an den Küsten weht dann noch lebhafter Südostwind mit Böen Bft 7 an exponierten Abschnitten. Im Norden und Osten hält sich vielerorts kompakter Hochnebel, dort ist Frost kein Thema. Im Süden und Westen beginnt die Nacht dagegen mancherorts gering bewölkt, ehe sich örtlich dichter Bodennebel bildet. Dort steigt die Frostwahrscheinlichkeit gegenüber der Vornacht auch wieder etwas an. Modellvergleich und einschätzung

Im Kurzfristzeitraum sind keine signifikanten bzw. warn und prognoserelevanten Modellunterschiede auszumachen.

Vorhersage und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Jens Winninghoff
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

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