Synoptische Vorhersage

SYNOPTISCHE  ÜBERSICHT   K U R Z F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 21.05.2024 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen: Übergang zu HFz oder SEz

Heute über dem Süden, Südwesten und der Mitte markante Gewitter oder Starkregen, örtlich auch schwere Gewitter oder heftiger Starkregen (Unwetter). Am Mittwoch und Donnerstag im Nordosten und im äußersten Norden Unwetterpotential durch schwere Gewitter mit heftigem Starkregen. Teils auch ungewittriger Stark oder Dauerregen. An der Ostsee heute und anfangs auch morgen vereinzelt stürmische Böen.

Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 24 UTC

Dienstag... schließt sich das Höhentief über Westeuropa einem atlantischen Trog an und mutiert zu einem Trog, der über Frankreich nach Norditalien reicht (500 hPa) und bis zum Abend nach Südbaden und zu den Alpen sowie zum nordwestlichen Balkan schwenkt. Der Höhenkeil schwenkt von Deutschland nach Westpolen, so dass wir unter eine zyklonale südöstliche Höhenströmung gelangen. Der Bodendruck fällt bei uns weiter und das Leetief über Süddeutschland weitet sich zu einer mehrkernigen Tiefdruckrinne nach Nordwesten bis NRW aus und schwenkt langsam nordwärts. Die Achse der Rinne soll um 18 UTC etwa vom Ruhrgebiet über Hessen bis zum Bayerischen Wald reichen.

Dabei haben die zugehörigen Regenfälle bereits den Südwesten mit eingelagerten Gewittern erreicht und ziehen langsam nord bis nordwestwärts (Starkregenwarnung läuft gebietsweise). In der Rinne und knapp nordöstlich davon bilden sich ab dem frühen Nachmittag bei ungedeckeltem Cape zwischen 300 und 650 j/kg Schauer und Gewitter, die im weiteren Verlauf zu gewittrigem Starkregen zusammenwachsen. Dabei sind lokal kurzfristig, aber auch mehrstündige Mengen bis in den Unwetterbereich recht wahrscheinlich, 30 bis 50 l/qm in 1 bis 6h, punktuell um 60 l/qm. Auch extremes Unwetter ist im Hinblick auf Signale u.a. aus ICON D2 EPS nicht ausgeschlossen (vor allem in einem Streifen von Ostbayern über Unterfranken und Mittelhessen bis zum südlichen NRW am Nachmittag und frühen Abend).

Die Luftmasse ist eigentlich sogar feuchter (PPWs 28 bis 35 mm) als letzten Freitag. Was fehlt ist ein besser ausgeprägtes Drehzentrum, in dessen herumgewirbelter Niederschlagsschleppe die Luft ordentlich ausgequetscht wird. Insofern zeigt auch die Numerik in der Fläche etwas geringere Regenmengen als am letzten Freitag. Eine Unwettervorabinformation läuft in den betreffenden Gebieten. Im Alpenvorland kann nachmittags, wenn sich das Tief von den Alpen löst, noch eine Druckwelle mit Böen 7 Bft aus westlichen Richtungen durchgehen (vor allem von UK10 gezeigt).

Nördlich der Mittelgebirge passiert nicht viel. Bei anhaltendem Sonnenschein wird es sommerlich warm mit 25 bis 27 Grad, an der Küste bei Seewind kaum 20 Grad mit stark auffrischendem Ostwind. An der See und im Bergland mit steifen Böen, exponiert mit stürmischen Böen.

In der Nacht zum Mittwoch weitet sich der Höhentrog nach Nordosten aus, so dass die Trogachse das Alpenvorland erreicht und auch die Rinne verschiebt sich nordostwärts etwa auf eine Linie vom Emsland bis nach Sachsen (06 UTC). In ihrem Bereich kommt es zu weiteren Niederschlägen. Anfangs sind nach Norden hin teils kräftige Schauer und Gewitter mit Unwettergefahr durch heftigen Starkregen möglich. Aan der Südwestflanke fällt gebietsweise kräftiger schauerartigen Regen vom Westen und Südwesten bis nach Bayern. Ganz im Südwesten trocknet es teilweise wieder ab und die Wolken lockern auf (BaWü), ganz im Norden (nördliche SchleswigHolstein, Vorpommern), kommt vom Regen noch nichts an. Der Schwerpunkt der Regenfälle wird von dem meisten Modellen etwa vom Vogtland über Nordhessen und dem südwestlichen SachsenAnhalt bis nach NRW berechnet. In der Fläche werden 12stg. meist 5 bis 20 l/qm, vereinzelt auch über 25 l/qm simuliert. In den Gewittern sind 30 bis 40 l/qm lokal nicht ausgeschlossen (Unwetter).

Mittwoch... Verlagert sich der Trog kaum noch weiter nordostwärts und im Nordosten wird die Höhenströmung sogar leicht antizyklonal auf der Südseite des blockierenden Höhenhochs über Nordskandinavien. Trotzdem verlagert sich die Tiefdruckrinne bis zum Abend zum nordöstlichen Deutschland und erreicht etwa eine Linie SchleswigHolstein südliches Vorpommern um 18 UTC. Während vormittags eher der Regen im Norden und Osten Vorrang hat nur mit vereinzelten Gewittern, die eingelagert sind, entwickelt sich ganz im Nordosten (also vor der Rinne) nochmals teils rund 600 J/Kg MLCape bei PPWs um 35 auch im Bereich der Rinne und sogar knapp südwestlich. So werden in schwach bis mäßig gescherter Umgebung ab dem frühen Nachmittag ganz im Nordosten erneut Gewitter ausgelöst, die erneut nur langsam ziehen (Mittelwinde etwa 10 bis 15 kt in 850 hPa) Die Gewitter kommen am Abend voraussichtlich bis nach Rügen voran. Zuvor gibt es an der Küste vor allem an der Ostsee noch kräftigen Ostwind mit starken bis vereinzelt stürmischen Böen aus Ost. An der Südflanke der Rinne strömt aus Westen etwas trockenere und stabilere Luft ein, in der es etwas regnet, aber auch größere trockene Regionen und Auflockerungen gibt. Der Süden und Südwesten kommen dagegen wieder in feuchtere Luft und unter die Achse des sich von Südwesten regenerierenden Höhentroges. Bei instabiler Schichtung, aber deutlich weniger Wasser in der Luft als im Norden können sich einzelne markante Gewitter bilden, mit bestenfalls geringem Unwetterpotential.

Im Norden und Nordosten scheint noch am längsten die Sonne bei frühsommerlichen Höchstwerten zwischen 23 und 26 Grad, im Westen lässt sie sich kaum blicken und in der Südhälfte werden auch mit kurzen Auflockerungen nur rund 20 Grad erwartet, im Bergland nur um 18 Grad.

In der Nacht zum Donnerstag kommt die Tiefdruckrinne nur zögern nordostwärts voran und damit beeinflussen die Starkregenfälle und Gewitter vor allem noch MecklenburgVorpommern, eventuell auch noch den Raum Fehmarn. Die Wahrscheinlichkeiten hierfür sind bei ICOND2EPS deutlich erhöht, bedingt auch UnwetterRegenmengen. Sonst lockert es teils stärker auf mit örtlichem Nebel. Die Schauer und Gewitter im Süden fallen in sich zusammen. Die Tiefstwerte liegen zwischen 13 Grad an der Ostsee und 7 Grad auf der Alb.

Donnerstag... stößt der nächste Höhentrog des nahezu ortsfesten hochreichenden Tiefs über Nordengland nach Oberitalien vor bzw. zu den Südalpen. Davor wird die Höhenströmung bei uns sogar vorübergehend leicht antizyklonal und kommt aus Südost. Die Tiefdruckrinne wird durch das beständige Hochdruckgebiet über Nordosteuropa blockiert weiter nach Nordosten voran zu kommen und bleibt an der Küste Vorpommerns hängen. Damit dauern die Regenfälle in Vorpommern und in der Uckermark noch längere Zeit an, vereinzelt können auch noch Gewitter eingelagert sein. 12stg. werden meist Regenmengen zwischen 5 und 20 l/qm, vereinzelt bis 30 l/qm berechnet (ICONEU). Lediglich UK10 lässt den Hauptregen über der Ostsee niedergehen. In der Mitte bildet sich zwar etwas MLCape, die Troposphäre ist aber leicht gedeckelt. Im Süden fehlt dieser Deckel und es entwickeln sich lokale Schauer und Gewitter, die aber nur vereinzelt Starkregen bringen. Im Alpenraum ist die Starkregengefahr größer. Unwetterartgier Starkregen kann nicht ausgeschlossen werden. Zwischen den Quellwolken ist auch etwas Platz für die Sonne, im Nordosten macht sie sich allerdings rar. Meist werden Höchstwerte zwischen 19 und 24 Grad erreicht. Der Wind weht abgesehen von Gewitterböen meist nur schwach bis mäßig aus Südwest bis West. In der Nacht zum Freitag regnet es anfangs noch an der Küste Vorpommerns, später dürfte der Regen aber abziehen. Auf Rügen könnte nach ICONEU sogar Starkregen auftreten. Im Süden fällt auf der Vorderseite des zu den Alpen schwenkenden Randtroges und durch WLA gebietsweise längere Zeit Regen. Erneut wird der Regen stärker, meist werden 5 bis 15 l/qm, örtlich auch 20 bis gut 40 l/qm simuliert. Dabei können eingelagerte Gewitter für den Starkregen sorgen. Sonst passiert nicht viel, die Bewölkung lockert örtlich etwas auf und es kühlt auf 12 bis 7 Grad ab.

Modellvergleich und einschätzung

Die großräumigen Strukturen der Basisfelder werden ähnlich simuliert. Einige Unterscheide beim Regen wurden oben erwähnt.

Vorhersage und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Olaf Pels Leusden
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

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