Thema des Tages

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12.10.2019
Webcams als wertvolle Hilfsmittel in der Wetterüberwachung
Zu den vielfältigen Aufgaben einer Meteorologin/eines Meteorologen im operationellen Dienst zählen zum einen die Wettervorhersage, zum anderen die Überwachung des aktuellen Wettergeschehens ("Monitoring"). Bis 12 Stunden in die Zukunft (und somit in der sogenannten "Kürzestfrist") überlagern sich diese beiden Arbeitsgebiete naturgemäß. Den Kürzestfristzeitraum macht aber auch aus, dass zur Analyse des aktuellen Wetterzustands sowie zur Vorhersage eine Vielzahl von Eingangsdaten und Methoden verwendet werden.

Zunächst sind natürlich die über das Beobachtungsgebiet mit variabler Dichte verstreuten Wetterstationen zu nennen. Die umfangreiche Palette der damit erhobenen "Bodendaten" reicht zum Beispiel von der Temperatur über die Windgeschwindigkeit bis hin zum Sonnenschein. Darüber hinaus sind hochaktuelle Radar- sowie Satellitenbilder aus dem heutigen Wetteralltag nicht mehr wegzudenken. Im heutigen Thema des Tages soll es aber nicht um diese Methoden gehen (bei näherem Interesse daran hilft die Suchfunktion bei den Themen des Tages), sondern um den Nutzen von Webcams in der Wetterüberwachung.

In den letzten Jahren hat die Verbreitung von Webcams sehr stark zugenommen. Während zur Jahrtausendwende viel Geld in eine - unter heutigen Maßstäben - nur semioptimale Webcam investiert werden musste, können sich heute viele Interessierte eine solche leisten. Mit relativ wenig Geld ist die Erzeugung von hochfrequenten und mit guter Auflösung versehenen Bildern möglich. Neben diesen finanziellen Gründen unterstützt aber auch das besser werdende Datennetz den vielfältigen Einsatz von Webcams. Mitunter können damit auch infrastrukturferne Regionen (z.B. Gebirge) sehr gut erfasst werden.

Dieser Trend ist natürlich auch bei uns Meteorologen nicht unbemerkt geblieben, denn die von den Webcams gelieferten Bilder können auch hervorragend zur Wetterüberwachung genutzt werden. Während Wetterstationen, Radar- und Satellitenbilder "harte" Fakten liefern (z.B. Mess- oder Pixelwerte), stellen Webcambilder als Ergänzung einen "weichen" visuellen Eindruck der jeweiligen Wettersituation vor Ort zur Verfügung. Diese "harten" und "weichen" Parameter können dann im Idealfall miteinander abgeglichen werden.

Außerdem macht es im Unterbewusstsein durchaus einen Unterschied, ob man die Wetterlage "von der Ferne" betrachtet, oder eben mittendrin ist. Stellen Sie sich zum Beispiel eine kräftige Gewitterzelle vor: diese zeigt sich im Radarbild nur als abstrakter, farbiger Klecks. Steckt man aber mit Hilfe der Webcam quasi "mittendrin" und erlebt den Starkregen, die Böenfront oder den Hagel "live", ist es doch nochmal ein anderes Erlebnis. Selbstverständlich sind Meteorologen auf den Umgang mit harte Fakten trainiert, es schadet aber nicht, auch mal andere Sinne anzusprechen.

Ähnliche Prinzipien gelten auch bei der Bewölkungsanalyse: Ein Satellitenbild zeigt zwar sehr schön die Ausprägung und Art der Wolken, jedoch ist das immer eine Draufsicht. Webcams liefern ergänzend auch Informationen über z.B. Wolkenober- und untergrenzen, die besonders bei der Fliegerei im Gebirge eine wichtige Stellung haben. Besonders eindrucksvoll sind auch jene Webcambilder, die dank längerer Belichtungszeit während der Nachtstunden visuelle Eindrücke liefern können. Bei manchen ist z.B. die Entstehung und Entwicklung von Nebelfeldern mitzuverfolgen.

Im Winter kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu: die Schnee(fall)grenze. Wenn es die Sichtverhältnisse zulassen, kann diese ebenfalls über Webcams bestimmt werden. Hat man mehr Zeit zur Analyse, kann durchaus ein guter, umfassender räumlicher Eindruck der Verhältnisse entstehen. Ganz besonders im Fokus sind in der kalten Jahreszeit auch die Straßenwebcams, die eine mögliche Schneebedeckung der Fahrbahn zeigen. Dadurch kann zum einen eine Vorhersage bestätigt, zum anderen aber auch Anpassungsbedarf angezeigt werden.

Ein weiterer Vorteil ist außerdem, dass mittlerweile viele Webcambetreiber umfangreiche Archive eingerichtet haben. Mit diesen ist die Rückschau und Analyse von Wetterlagen für z.B. Schulungen und Vorträge noch mit visuellem Material unterlegbar. Die hier aufgezählten Punkte sind natürlich keinesfalls vollständig, sondern sollen nur aufzeigen, welchen großen Nutzen scheinbar einfache Methoden haben können.

Mag.rer.nat. Florian Bilgeri

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 12.10.2019

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