Thema des Tages

Seit dem 28.09.2009 wurden insgesamt 5870 Beiträge im Archiv des Deutschen Wetterdienstes gespeichert. Über die Suche können Sie bequem auf dieses Archiv zugreifen.
28.02.2026
Der Winter 2025/2026 – persönliche Erlebnisse und eine Einschätzung
Mit dem heutigen Tag geht der meteorologische Winter 2025/2026 zu Ende. Im Gegensatz zum kalendarischen Pendant erstreckt sich der meteorologische Winter von Anfang Dezember bis Ende Februar. Im nachfolgenden Text geht es dabei um meine subjektive Wahrnehmung für den Winter in Mittelhessen. Einen umfangreichen Rückblick für den vergangenen Winter in Deutschland findet sich unter: https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2026/20260228_deutschlandwetter_winter%2025-26_news.html?nn=16210.

Zum Start in den Winter Anfang Dezember gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. Der Monat startete trüb mit wenig Sonne und Höchstwerten etwas über dem Gefrierpunkt. Zwar nicht wirklich mild, aber auch von Schnee war keine Spur. Nach ein paar Tagen regnete es das einzige Mal wirklich nennenswert und das bei deutlichen Plusgraden. Frost und Schnee waren kein Thema. Ab Mitte des Monats häuften sich wie jedes Jahr die Fragen nach einer weißen Weihnacht. Hoffnung bestand und in den Modellen war etwas im Busch, aber mit jedem Tag in Richtung Heiligabend schwand die Hoffnung auf Flocken. Die Temperaturen dümpelten weiter meist zwischen 5 und 10 Grad tagsüber und allenfalls geringem Nachtfrost. Alles in allem unspektakulär und wenig Sonne trug zum tristen Eindruck bei. Pünktlich zum Fest kam es dann zu einer Wetterumstellung. Kalte Ostwinde drückten die Temperaturen in den Keller. Tagsüber gab es nur knapp über 0 Grad und nachts trat mäßiger Frost auf. Dazu schien oftmals die Sonne. Das Weihnachtsfest ging also sehr kalt über die Bühne. Vor allem der ruppige Ostwind blieb in Erinnerung, da dieser die gefühlte Temperatur in den Keller rauschen ließ. Was fehlte, war weiterhin der Schnee. Die kalte Luft war nun immerhin da, jedoch war sie viel zu trocken, um für Niederschlag zu sorgen. Außerdem verhinderte die fehlende Schneedecke über Osteuropa, dass es trotz einer strammen Ostströmung keinen Dauerfrost gab. "Mensch, die Ostlagen im Winter sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren!", dachte man sich als Meteorologe.

Zum Start ins neue Jahr gab es dann endlich die ersten Schneeflocken. Viel war es zunächst nicht, aber immerhin war die Landschaft in ein zartes Weiß getaucht. Teils leichter Dauerfrost sowie zeitweiliger Sonnenschein ließen ein gewisses Winterfeeling zu. Wichtig wurde persönlich nun, was am 10.1. mit dem Schnee sein wird, denn die örtliche Freiwillige Feuerwehr gab wenige Tage zuvor bekannt, dass es ein beleuchtetes Nachtrodeln im Ort geben soll. Immerhin hatten sich ein paar Zentimeter Schnee aufsummiert. Am Abend des 9.1. und in der Nacht zum 10.01. war der Schreck jedoch groß. Plusgrade ließen die Schneedecke dahinschmelzen. Auf dem Weg zum Frühdienst am 10.1. ging der Regen jedoch wieder in Schnee über und es schneite fortan ein paar Stunden in Mittelhessen. Das Nachtrodeln war gerettet und wurde zu einem vollen Erfolg. Knapp fünf Zentimeter Neuschnee und ein Überfrieren der Nässe sorgten für beste Rodelbedingungen. Die Kinder hatten einen Heidenspaß und die Erwachsenen ebenso.

Von der Feuerwehr ausgeleuchteter Rodelhang (Quelle Marcel Schmid)

Der 11.1. war dann ein Wintertag wie aus dem Bilderbuch. Frisch gefallener Schnee, dazu Sonnenschein, kaum Wind und leichter Dauerfrost. Winterherz was willst du mehr! Also Schlitten raus, warm anziehen und den Tag genießen, lautete die Devise, denn eines war schon klar: Eine mildere Luftmasse kündigte sich in den Wetterkarten bereits an und machte dem Schnee den Garaus. Vorübergehend gab es zur Monatsmitte zweistellige Höchstwerte. War es das schon wieder mit dem Winter? In vielen Jahren zuvor wäre das genau der Fall gewesen. Dieses Mal sollte es jedoch anders kommen! Der Wind drehte zum Ende der zweiten Dekade wieder auf östliche Richtungen, sodass erneut Kaltluft einfließen konnte.

Zunächst gab es knappe Plusgrade tagsüber und nachts mäßigen Frost. Das Setup für einen weiteren Wintereinbruch mit gefrorenen Böden, auf denen der Schnee liegen bleiben konnte, war also gegeben. Und genau so kam es am Morgen des 26.1. Pünktlich zum Berufsverkehr gab es heftigen Schneefall und ein Verkehrschaos. Der Weg zum Frühdienst war mehr als beschwerlich. Die A5 mal wieder gesperrt wegen, wie so oft in diesem Winter, liegengebliebener LKW. Eine Alternative musste also her. Dabei stand nur die A45 zur Debatte. Der Weg um über 30 km länger, aber immerhin konnte man fahren. 50-60 km/h waren jedoch das höchste der Gefühle und äußerste Vorsicht war geboten, denn es schneite weiter heftig. Der Winterdienst wurde zwar gesichtet, doch es war einfach zu viel Schnee in zu kurzer Zeit. Die Fahrzeit betrug am Ende fast das Dreifache. Immerhin gestaltete sich die Rückfahrt einfacher, nur waren die letzten Kilometer beschwerlich. Meldungen aus dem Bekannten- und Freundeskreis ließen allerdings erahnen, wie katastrophal die Bedingungen im Großraum Gießen waren, denn teilweise ging über Stunden hinweg gar nichts mehr. An kleinsten Steigungen stellten sich LKW auf Land- und Bundesstraßen quer und brachten den Verkehr zum Erliegen. In den Folgetagen hielt sich die Schneedecke und wuchs teilweise nochmals an. Schneeschippen stand somit auf der Tagesordnung und ein Fitnessstudio brauchte man nicht, schließlich beanspruchte der mitunter schwere Schnee genug Muskeln und Winterspaziergänge durch den frischen Schnee waren anstrengend, aber auch wunderschön.

Winterlicher Wald  (Quelle Marcel Schmid)

Außerdem begegnete man den Nachbarn auf der Straße und unterhielt sich über den Winter und wann es denn das letzte Mal so oft und viel Schnee gab. Besonders schön blieb mir eine Begegnung mit dem Nachbarn in Erinnerung, als wir beide aus der Nachtschicht kamen, gemeinsam Schnee schippten und uns dabei unterhielten. Dorfidylle was vom Feinsten. Der Januar war alles in allem ein toller Wintermonat mit viel Schnee fürs Flachland.

Der Start in den letzten meteorologischen Wintermonat gestaltete sich zunächst unspektakulär. Doch bereits am 3.2. gab es neues Unheil. Eine Luftmassengrenze verschob sich von Süden her nach Mittelhessen und brachte neuerlich starke Schneefälle mit sich. Es fielen fast 15 cm Neuschnee in wenigen Stunden. Zusammen mit dem Altschnee betrug die Schneehöhe über 20 cm.

Gemessene Schneehöhe Anfang Februar (Quelle Marcel Schmid)

Mehrmaliges Schneeschippen sorgte für den alltäglichen Sport. Richtig gefährlich wurde es am Abend auf der Straße, weil dann gefrierender Regen fiel und der Schneematsch zusätzlich überfror.

Schwierige Straßenverhältnisse durch Schnee und Eis (Quelle Marcel Schmid)

Die Autobahnen im Umkreis waren teilweise erneut komplett gesperrt und die gestrandeten Auto- und LKW-Fahrer mussten einem leidtun. Ich hörte von Personen aus meinem Umfeld, die teilweise sechs Stunden für einen Heimweg von nicht mal 20 km gebraucht haben. Da kann man gut verstehen, wenn der Winter verflucht wird. Immerhin verschwand der Schnee in den kommenden Tagen langsam aber sicher. Regen zum Beginn der zweiten Dekade sorgte dafür, dass Bäche und Flüsse anstiegen und das Wasser auf den Feldern stand.

War es das mit dem Winter? – Nein. Der Winter hatte noch ein paar Pfeile im Köcher. Pünktlich in der Nacht zum Rosenmontag schneite es neuerdings einige Zentimeter, doch tagsüber rasch ansteigende Temperaturen verhinderten zum Glück die Absage von lokalen Umzügen. Ein letztes Stelldichein und nochmals über 10 cm Schnee gab es zum Ende der zweiten Dekade. Nun hatte sogar ich die Schnauze voll von Schnee und eine Nachbarin meinte, ob ich nicht Frau Holle den Saft abdrehen könnte, ich säße ja an der Quelle. Gott sei Dank, können wir das Wetter nicht manipulieren, doch der Wettergott hatte ein Einsehen und sorgte dafür, dass mit sich durchsetzender südwestlicher Strömung dem Winter der Garaus gemacht wurde. Ein besonderes Schmankerl gab es dann zum Monatsende. Knapp unter 20 Grad, fröhlich zwitschernde Vögel, sprießende Krokusse, auf dem Spielplatz tobende Kinder und der erste Grillgeruch in der Nase – der Winter ist geschlagen und der Frühling ist da.



Dipl.-Met.
Marcel Schmid Deutscher Wetterdienst Offenbach, den 28.02.2026 Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Anzeige
Datenschutzinfoi
Hubrig Winterkinder - Bergmann mit Pauke
Hubrig Winterkinder Bergmann Tenorhorn
Hubrig Winterkinder - Bergmann mit Russischen Horn
Hubrig Winterkinder Bergmann Posaune
Hubrig Winterkinder Bergmann Trompete
Hubrig Winterkinder - Bergmann mit Standarte
Hubrig Winterkinder - Bergmannsaufzug im Starter-Set
Hubrig Winterkinder - Bergmann mit Sousaphon
Hubrig Winterkinder - Bergmann mit Pauke
Hubrig Winterkinder Bergmann Tenorhorn
Hubrig Winterkinder - Bergmann mit Russischen Horn
Hubrig Winterkinder Bergmann Posaune
Hubrig Winterkinder Bergmann Trompete
Hubrig Winterkinder - Bergmann mit Standarte
Hubrig Winterkinder - Bergmannsaufzug im Starter-Set
Hubrig Winterkinder - Bergmann mit Sousaphon