Thema des Tages

Seit dem 28.09.2009 wurden insgesamt 5989 Beiträge im Archiv des Deutschen Wetterdienstes gespeichert. Über die Suche können Sie bequem auf dieses Archiv zugreifen.
03.07.2026
Endlich wieder Durchlüften - aber wie lange?
Was für ein Sommerwetter! Noch am vergangenen Wochenende schwitzte Deutschland bei neuen Hitzerekorden. Der vorläufige Höchstwert musste nach Prüfung der Messdaten sogar noch einmal angepasst werden. In Möckern-Drewitz lag die Maximaltemperatur am Samstag, den 27. Juni nicht bei 41,5 °C, sondern bei 41,8 °C – verursacht durch eine kurzzeitige Übertragungslücke. Der Wert bleibt bis zur Abschlussprüfung vorläufig, könnte dann jedoch einen neuen deutschen Temperaturrekord darstellen. Am Sonntag, den 28. Juni verzeichnete die Wetterstation im brandenburgischen Coschen 41,7 °C (ebenfalls vorläufiger Wert).

Im Anschluss folgten zu Beginn der Woche dann schwere Gewitter, die teilweise von extrem heftigem Starkregen begleitet wurden. Innerhalb von kürzester Zeit fielen lokal eng begrenzt sintflutartige Regenmengen vom Himmel. Am Dienstag, den 30. Juni, registrierten die Stationen Blumberg-Randen und Pfullendorf (beide Baden-Württemberg) Mengen nahe 50 l/m² in nur einer Stunde. Die bayerische Wetterstation Bad Staffelstein - Stublang zeichnete in der Nacht zum Mittwoch, den 01. Juli, 24,5 l/m² in nur 10 Minuten auf, die Station in Maßbach (ebenfalls Bayern) 40,5 l/m² in 24 Minuten.

Ausschnitt zeigt Europa- und Nordostatlantikkarte mit Linien gleichen Luftdrucks (Isobaren) sowie Luftmassengrenzen für den heutigen Freitagmittag. (Quelle DWD)

Nach den teils unwetterartigen Gewittern stellte sich die Wetterlage schließlich grundlegend um. Am heutigen Freitag, den 03. Juli 2026, hat der Ausläufer des Ostseetiefs "Zoe" die Hitze erst einmal aus Deutschland verdrängt. So konnte in der vergangenen Nacht zum Freitag bei teils einstelligen Tiefstwerten im Bereich der Mittelgebirge endlich wieder durchgelüftet werden. In Arnsberg-Neheim im Hochsauerland wurden sogar 7,4 °C gemessen. Kaum ist die Hitze vorbei, empfinden manche die Nächte schon wieder als zu kühl. Das Wetter macht es eben selten allen recht. Vielleicht ist es gerade deshalb eines der beliebtesten Gesprächsthemen.

Deutschlandkarte mit den Tiefstwerten der vergangenen Nacht zum Freitag. (Quelle DWD)

Der Ausläufer von "Zoe" liegt heute an den Alpen und sorgt dort noch für dichte Wolken, meist fällt jedoch kein Regen mehr. Im Norden und Osten sorgt hingegen ein Schwall höhenkalter Luft sowie die Nähe zu "Zoe" für eine leichte Labilisierung der Atmosphäre. So können sich dort Quellwolken bilden, vereinzelt treten Schauer auf. Zusammen mit den dicht gedrängten Isobaren sorgt die Labilisierung dafür, dass der nordwestliche Wind kräftig auffrischt. Im Binnenland werden dabei steife bis stürmische Böen erwartet, an auflandigen Küstenabschnitten sogar Sturmböen.

Der stürmische Wind mutet zusammen mit der rückseitig des Tiefausläufers eingeflossenen subpolaren Meeresluft fast schon frühherbstlich an, denn die Höchstwerte steigen nicht mal mehr auf ein sommerliches Niveau an, bleiben also unter 25 Grad. An den Küsten werden kaum 20 Grad erreicht. Im Südwesten und Süden ist davon nichts zu spüren. Dort scheint im Tagesverlauf bei Höchstwerten bis 28 Grad vielfach die Sonne.

Vier Karten mit den vorhergesagten Tageshöchstwerten vom heutigen Freitag bis zum kommenden Montag für Deutschland. (Quelle DWD)

In den nächsten Tagen bleibt dieses Muster weitgehend erhalten. Während ein weiteres Tief mit dem außergewöhnlichen Namen "Ausynja" im Norden und Osten Deutschlands für wechselhaftes, teils windiges Wetter sorgt, beeinflusst ein Ableger des Azorenhochs weiterhin den Südwesten. Dort zeigt sich vielfach die Sonne und Regen ist Mangelware. Auch bei der Temperatur macht sich dieses Gefälle bemerkbar: Während an den Küsten kaum 20 Grad erreicht werden, steigt die Höchsttemperatur am Oberrhein wieder auf Werte um 30 Grad. Da die Luft aber meist sehr trocken ist, kühlen die nächtlichen Temperaturen vielfach unter 17 Grad ab.

Im Laufe der nächsten Woche könnte der Sommer dann deutschlandweit zurückkehren. Unter Hochdruckeinfluss steigen die Temperaturen voraussichtlich wieder verbreitet auf sommerliches bis hochsommerliches Niveau an. Nach aktuellem Stand wird die Hitze jedoch nicht wieder das Ausmaß von Ende Juni erreichen.

M.Sc.Meteorologe Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 03.07.2026 Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Anzeige
Datenschutzinfoi
Hubrig Engel mit Tannenbaum
Hubrig Engel mit Drehleier
Hubrig Engel mit Klangholz sitzend
Hubrig Baumbehang Weihnachtsmann Weihnachtsgeschichte
Hubrig Sternkind Frohe Botschaft
Hubrig Baumbehang Weihnachtsmann Adventskranz
Hubrig Baumbehang Weihnachtsmann Bescherung
Hubrig Engelbub mit Balalaika sitzend
Hubrig Winterkinder - Süße Zuckerwölkchen
Hubrig Winterkinder - Kleine Zuckerwatte Naschkatze