Thema des Tages

Seit dem 28.09.2009 wurden insgesamt 6064 Beiträge im Archiv des Deutschen Wetterdienstes gespeichert. Über die Suche können Sie bequem auf dieses Archiv zugreifen.
17.09.2026
Weltwetterorganisation: Der globale Wasserkreislauf gerät aus den Fugen
Am heutigen Donnerstag (17.09.2026) hat die Weltwetterorganisation (WMO) einen bereits viel beachteten Bericht zum Zustand der globalen Wasserressourcen veröffentlicht. Darin warnt sie, dass der Wasserkreislauf zunehmend aus den Fugen gerät und zwischen Extremen schwankt – mit gravierenden Langzeitfolgen für Mensch und Wirtschaft. Der Report bewertet den Zustand von Flussgebieten, Wasserspeichern, Grundwasserspiegeln und Gletschern und setzt diesen in den Kontext von Wetterextremen und dem Klimawandel.

Flusseinzugsgebiete

Mit Blick auf die Abflüsse war das Jahr 2025 global eines der trockensten der letzten 35 Jahre: In über einem Drittel der Flussgebiete lag der Wert unter dem Durchschnitt. 2025 war bereits das siebte Jahr in Folge, in dem Flüsse mit normalen Wasserständen in der Minderheit waren. Während Regionen wie der Amazonas, der Mittlere Osten, das La-Plata-Becken in Südamerika und die Region um das Kap Horn unter mehrjährigen, anhaltenden Dürren litten, kam es andernorts zu massiven Überschwemmungen. Vor allem in Süd- und Südostasien sowie in einigen afrikanischen Ländern führten wiederholte Starkniederschläge zu schweren Fluten.

Wasserspeicher und Grundwasserspiegel

Bereits seit 2014 schrumpfen die globalen Wasserspeicher kontinuierlich in immer mehr Gebieten. Zudem gerät das Grundwasser zunehmend in Gefahr: Bei knapp zwei Dritteln der weltweit gemessenen Brunnen lagen die Werte außerhalb des historischen Normalbereichs – meist handelte es sich dabei um Defizite.

Schneeflächen und Gletscher

Während in Europa deutlich unterdurchschnittlich viel Schnee lag, herrschten in Asien und Nordamerika starke regionale Kontraste. Bei den Gletschern setzt sich der besorgniserregende Trend fort: Im vierten Jahr in Folge schmolzen die Eismassen in allen großen Gletscherregionen rasant ab. Die Folgen sind gravierend: Das Auftauen destabilisiert ganze Landschaften und erhöht beispielsweise das Risiko von gewaltigen Gletscher- und Bergstürzen sowie von Gletscherseeausbrüchen, sogenannten "Glacial Lake Outburst Floods", kurz GLOFs.

Insbesondere die Kombination aus kurzfristig immer stärker schwankenden Niederschlägen und langfristig schrumpfenden Wasserpuffern ist laut WMO besorgniserregend. Grundwasser, Gletscher und Schneereserven funktionieren normalerweise wie ein "Sparkonto": Sie speichern Wasser und können Trockenperioden abpuffern. Wenn diese Reserven jedoch dauerhaft abnehmen, führt eine einzelne Dürre oder trockene Saison eher zu einem größeren Versorgungsproblem. Die Weltwetterorganisation (WMO) betont, dass es sich nicht um eine schlichte, weltweite Austrocknung handelt, sondern um einen zunehmend gestörten Wasserkreislauf. Dieser ist von Wetterextremen, unberechenbaren Flüssen und schrumpfenden Süßwasserreserven geprägt – eine Entwicklung, die die Wasserversorgung, die Landwirtschaft, Ökosysteme und Volkswirtschaften künftig massiv unter Druck setzen kann.



Dipl.-Met.
Adrian Leyser Sturm
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 17.09.2026 Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Werbung
Datenschutzinfoi
Hubrig Pyramide Engelkonzert
Hubrig Räucherwichtel Mondwächter
Hubrig Winterkinder Bergmann mit Trommel klein
Hubrig Winterkinder - Schneemann Tannenlicht
Hubrig Baumclipser - Schneefräulein
Hubrig Winterkinder - Durch den Winterwald
Hubrig Winterkinder Wegweiser
Hubrig Winterkinder Bergmann mit Fagott
Hubrig Räucherwichtel Schneeweihnacht
Hubrig Engel mit Schallmei