Thema des Tages
22.09.2026
In den Nächten zeigt sich der Herbst
In den Nächten zeigt sich der Herbst
Passend zur Tagundnachtgleiche am Mittwoch, dem 23.09.2026, um 02:04 Uhr zeigt sich die Nacht zum Mittwoch gebietsweise herbstlich. Zwei Phänomene werden durch perfekte meteorologische Ausgangsbedingungen zum Thema: Frost und Nebel. Wolkenlose Bedingungen sorgen in der Nacht zum Mittwoch dafür, dass der Boden effektiv Wärme durch langwellige Ausstrahlung an das Weltall abgeben kann. Die niedrigsten Tiefstwerte werden in Senken und Tälern in Bayern erwartet. Vereinzelt kann es dort zu leichtem Luftfrost um -1 Grad kommen. In fünf Zentimetern über dem Boden sinken die Temperaturen gebietsweise unter 0 Grad, was umgangssprachlich als Bodenfrost geläufig ist.
Neben dem wolkenlosen Himmel ist windschwaches Wetter eine zwingende Voraussetzung für niedrige Tiefstwerte, denn sonst würde die sich bildende bodennahe Kaltluftschicht immer wieder mit der darüberliegenden, wärmeren Luft vermischt werden. Da sich Hoch ZANDER über Deutschland legt, kommt der ohnehin schon schwache Wind zum Erliegen. Der dritte Faktor ist eine geringe absolute Luftfeuchtigkeit, gekennzeichnet durch einen niedrigen Taupunkt. Der Taupunkt beschreibt die Temperatur, bei der bei einer Abkühlung der Luft Kondensation einsetzt, die Luft also gesättigt ist (relative Luftfeuchtigkeit von 100 %). Auch diese Voraussetzung ist kommende Nacht gegeben. So kann die Luft lange abkühlen, ehe die Nebelbildung einsetzt und die Abkühlung ab dann deutlich schwächer verläuft.

Obwohl der Taupunkt recht niedrig liegt, kommt es kommende Nacht örtlich, vielleicht sogar gebietsweise, zu dichtem Nebel. Anders als in den Sommermonaten reicht die derzeitige Nachtlänge aus, um die bodennahe Luftschicht bis zum Taupunkt abzukühlen: Es kommt zu Strahlungsnebel. Der überschüssige Wasserdampf kondensiert an winzigen Aerosolen (Kondensationskeimen) in der Luft zu feinen, schwebenden Wassertröpfchen. Aus unsichtbarem Gas wird sichtbares Grau. Während bei 20 Grad Celsius ein Kubikmeter Luft rund 17 Gramm Wasser aufnehmen kann, sind es bei 10 Grad nur noch gut 9 Gramm und bei 0 Grad noch etwa 5 Gramm. Da kalte Luft schwerer ist als warme, fließt sie an Hängen hinab und sammelt sich in Senken und Flusstälern, sogenannten Kaltluftseen, wo der Nebel dann besonders dicht ist.
Noch im August war der morgendliche Spuk meist schnell vorbei. Nun wird die Auflösung des Nebels von Woche zu Woche schwieriger. Das liegt maßgeblich am sinkenden Sonnenstand. Zur Sommersonnenwende im Juni stand die Sonne am Mittag in Frankfurt am Main noch in einem Winkel von knapp 63 Grad über dem Horizont. Aktuell, Ende September, sind es nur noch rund 39 Grad. Die Sonneneinstrahlung verteilt sich auf eine größere Fläche und verliert an Kraft.

Zudem nimmt die Sonne aufgrund der kürzeren Tageslänge immer später den Kampf mit dem Nebel auf. Je tiefer wir in den Herbst rutschen, desto öfter wird die Sonne diesen Kampf verlieren – und aus dem morgendlichen Strahlungsnebel wird ein hartnäckiger, ganztägiger Hochnebel. Doch so weit sind wir jetzt noch nicht. Am Mittwoch löst sich der Nebel meist rasch auf, und selbst in den hartnäckigsten Tallagen wird er bis zum späten Vormittag der Sonne Platz machen.
In der Nacht zum Donnerstag ist Nebel dann kaum noch ein Thema. Mit auffrischendem Wind und aufziehenden Wolken fehlen zwei der drei Zutaten für die Bildung.

Ab dem Wochenende rücken dann eher spätsommerliche Facetten in den Vordergrund, aber dazu sicherlich mehr in einem Thema des Tages im Laufe der Woche.
M.Sc.-Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 22.09.2026 Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
Neben dem wolkenlosen Himmel ist windschwaches Wetter eine zwingende Voraussetzung für niedrige Tiefstwerte, denn sonst würde die sich bildende bodennahe Kaltluftschicht immer wieder mit der darüberliegenden, wärmeren Luft vermischt werden. Da sich Hoch ZANDER über Deutschland legt, kommt der ohnehin schon schwache Wind zum Erliegen. Der dritte Faktor ist eine geringe absolute Luftfeuchtigkeit, gekennzeichnet durch einen niedrigen Taupunkt. Der Taupunkt beschreibt die Temperatur, bei der bei einer Abkühlung der Luft Kondensation einsetzt, die Luft also gesättigt ist (relative Luftfeuchtigkeit von 100 %). Auch diese Voraussetzung ist kommende Nacht gegeben. So kann die Luft lange abkühlen, ehe die Nebelbildung einsetzt und die Abkühlung ab dann deutlich schwächer verläuft.

Obwohl der Taupunkt recht niedrig liegt, kommt es kommende Nacht örtlich, vielleicht sogar gebietsweise, zu dichtem Nebel. Anders als in den Sommermonaten reicht die derzeitige Nachtlänge aus, um die bodennahe Luftschicht bis zum Taupunkt abzukühlen: Es kommt zu Strahlungsnebel. Der überschüssige Wasserdampf kondensiert an winzigen Aerosolen (Kondensationskeimen) in der Luft zu feinen, schwebenden Wassertröpfchen. Aus unsichtbarem Gas wird sichtbares Grau. Während bei 20 Grad Celsius ein Kubikmeter Luft rund 17 Gramm Wasser aufnehmen kann, sind es bei 10 Grad nur noch gut 9 Gramm und bei 0 Grad noch etwa 5 Gramm. Da kalte Luft schwerer ist als warme, fließt sie an Hängen hinab und sammelt sich in Senken und Flusstälern, sogenannten Kaltluftseen, wo der Nebel dann besonders dicht ist.
Noch im August war der morgendliche Spuk meist schnell vorbei. Nun wird die Auflösung des Nebels von Woche zu Woche schwieriger. Das liegt maßgeblich am sinkenden Sonnenstand. Zur Sommersonnenwende im Juni stand die Sonne am Mittag in Frankfurt am Main noch in einem Winkel von knapp 63 Grad über dem Horizont. Aktuell, Ende September, sind es nur noch rund 39 Grad. Die Sonneneinstrahlung verteilt sich auf eine größere Fläche und verliert an Kraft.

Zudem nimmt die Sonne aufgrund der kürzeren Tageslänge immer später den Kampf mit dem Nebel auf. Je tiefer wir in den Herbst rutschen, desto öfter wird die Sonne diesen Kampf verlieren – und aus dem morgendlichen Strahlungsnebel wird ein hartnäckiger, ganztägiger Hochnebel. Doch so weit sind wir jetzt noch nicht. Am Mittwoch löst sich der Nebel meist rasch auf, und selbst in den hartnäckigsten Tallagen wird er bis zum späten Vormittag der Sonne Platz machen.
In der Nacht zum Donnerstag ist Nebel dann kaum noch ein Thema. Mit auffrischendem Wind und aufziehenden Wolken fehlen zwei der drei Zutaten für die Bildung.

Ab dem Wochenende rücken dann eher spätsommerliche Facetten in den Vordergrund, aber dazu sicherlich mehr in einem Thema des Tages im Laufe der Woche.
M.Sc.-Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 22.09.2026 Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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